l’Eroico – das Herzstück des historischen Radsportfestivals in der Toskana

Mit 209 km (es waren dann sogar 215 km) und knapp 3.900 Höhenmetern eine Tour für Heldinnen und Helden, wie man sagt 😉

Im Jahr 2025 war es bei der dritten Teilnahme an der wohl bekanntesten und bedeutendsten Ciclostorica (historische Radveranstaltung), der l’Eroica, endlich soweit und ich habe mich für die lange Route, die l’Eroico angemeldet.

Jedes Jahr am ersten Oktoberwochenende lockt das kleine Dörfchen Gaiole in Chianti mit der Veranstaltung tausende Radbegeisterte, Nostalgiker und Zuschauer:innen ins Chiantigebiet. Man lässt hier das Lebensgefühl alter Zeiten aufleben – zugelassen sind nur Vintage-Räder, die vor 1987 gebaut wurden. Passend dazu tragen die meisten Teilnehmenden Wolltrikots und Baumwoll-Kappen (kann man ggf. alles an den Tagen vor dem „Rennen“ am Flohmarkt erstehen).
Beim ersten Rennen, das Giancarlo Brocci 1997 veranstaltete, waren 92 Teilnehmende am Start, 2025 waren es insgesamt rund 9.000.

l’Eroica 2025_Gaiole

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Nach viel Pasta und wenig Wein am Vorabend klingelte der Wecker am Samstag bereits um 3 Uhr morgens. Von den Mitreisenden konnte ich niemanden zur Teilnahme an der l’Eroico-Route motivieren und so trat ich die Autofahrt nach Gaiole alleine an. Kurz nach 4 Uhr stand ich beim Start und konnte wegen der Eiseskälte nach ein paar Minuten meine Finger nicht mehr spüren. Das hatte ich mir anders vorgestellt ;-).
Leider mussten wir sehr lange auf den Start warten, nach ca. 40 Minuten stehend bzw. zitternd erfolgte dann der Startschuss und es konnte, noch im Dunkeln und mit Stirnlampe losgehen. Es sollte ein langer Tag am Sattel werden. Das Frühstück wird, immer noch ohne Tageslicht, in Siena eingenommen. Die Knie zittern vor Kälte. Dann bei einem Teilabschnitt auf strade bianche ein wunderschöner Sonnenaufgang und rund zwei Stunden später kann ich auch meine Zehen und Finger langsam wieder spüren.

l’Eroica 2025_Start

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Die nächsten Verpflegungsstopps konnten dann schon an der Sonne genossen werden. Beim Chianti habe ich mich ob der langen Strecke zurückgehalten, bei energiespendenden Häppchen wie Weißbrot mit Honig, Bananen, Eintöpfen, Pasta dafür umso mehr konsumiert. Bei der l’Eroico kann man leider nicht so lange verweilen und kommt dadurch auch weniger mit anderen Teilnehmenden ins Gespräch – so zumindest meine Erfahrung. Die teils schwer zu befahrenden strade bianche (Schotterstraßen) schlängelten sich noch mehrmals mit bis zu 18%-Steigung durch die wunderschöne Hügellandschaft. Gegen 19 Uhr bin ich pannenfrei, müde, aber überglücklich wieder in Gaiole eingefahren und wurde offiziell als Heldin in den Kreis der l’Eroico-Finisher aufgenommen. Bis zur nächsten Teilnahme bleibt der Staub der strade bianche als „Heldinnenstaub“ auf dem Rad ;-).

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Alle Informationen zum Ciclostorica-Klassiker in Gaiole, aber auch zu den anderen l’Eroica Radrennen findest du hier.
Wer lieber bei kleineren Oldtimer-Radrennen mitfahren möchte, kann z.B. auch bei der La Leopoldina starten, die ebenfalls in der Toskana stattfindet.